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Bitcoin – alles Wissenswerte über die Kryptowährung

Torsten Paulus
Aktualisiert: 14.04.2023

Die Kryptowährung Bitcoin begründete einen regelrechten Boom vor über 15 Jahren. Es war die erste Währung ohne physisches Gegengewicht und gehört heute zu den erfolgreichsten der digitalen Gelder. Der Boom der vergangenen Jahre ist natürlich auch in der Wirtschaft nicht unbemerkt geblieben.

Doch was sind eigentlich Bitcoins, wie entstand sie und wie funktioniert das Mining? Hier erklären wir die Geschichte, alles Wissenswerte und beantworten die wichtigsten Fragen.

Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist eine außergewöhnliche Währung, weil im Gegensatz zu herkömmlichen Währungen keine Finanzinstitutionen involviert sind. Dadurch sind diese Währungen schwerer von außen zu beeinflussen. Denn Kryptowährungen basieren auf einem dezentralen Zahlungssystem.

Bitcoins werden durch mathematische Verfahren von Nutzern selbst erstellt, sogenannte Miner. Hinter dieser Währung steht damit kein realer Gegenwert, sie existieren ausschließlich virtuell als Folge digitaler Zeichen.

Aktuelle Zahlen und Fakten

Stapel Kryptomünzen hinter einem Investment Chart

  • Kürzel: BTC
  • Entstehungsjahr: 2009
  • Rang 1 aller Kryptowährungen
  • Marktdominanz: 42 %
  • Maximale Anzahl: 21 Millionen BTC
  • Anzahl im Umlauf: 19,11 Millionen BTC
  • Blockchain-Größe: 419.26 GB
  • Transaktionen pro Tag: ca. 350.000

Alle Angaben beziehen sich auf Stand Juli 2022.

Wie funktioniert Bitcoin

Hinter jeder Kryptowährung steht eine Datenbank, die sogenannte Blockchain. Hier wird jede Transaktion mit Bitcoins verzeichnet.

Das Bitcoin-System basiert auf einem gleichwertigen Peer-to-Peer-Netzwerk, an das sich teilnehmende Rechner mit einem Programm anschließen.

Die Transaktionen besitzen jeweils eine digitale Signatur und werden in Blöcken in der öffentlich einsehbaren Datenbank auf allen Konten dezentral und redundant gespeichert und aktualisiert.

Was ist Blockchain-Technologie?

Die elektronischen Transaktionen zwischen Besitzern von Bitcoins werden durch kryptografische Schlüssel bewiesen. Der Code hinter Bitcoin wird in der Datenbank, der Blockchain, gespeichert, verwaltet und fortwährend aktualisiert.

Blockchains sind Datensätze in Blöcken, die kontinuierlich erweitert werden können. Durch kryptografische Verfahren wird ein neuer Block an eine bestehende Kette von Blöcken angehängt. Dabei enthält der neue Block immer einen Streuwert, Zeitstempel und Transaktionsdaten des vorangegangenen Blocks. Somit lassen sich nachfolgende Blöcke mit den Datensätzen der Transaktionen nur schwer manipulieren. Eine Blockchain beruht auf der dezentral geführten Kontobuchtechnologie (die sogenannte DLT: Distributed Ledger Technology).

Bitcoin Mining kurz erklärt

Die neuen Blöcke werden durch das Mining, zu Deutsch Schürfen, generiert. Dadurch werden zum einen neue oder offene Transaktionen bestätigt und zudem neue Bitcoins ausgegeben. Diese dezentrale Geldschöpfung ist sehr rechenintensiv, und die sogenannten Miners, die einen gültigen Block erzeugen, erhalten die geschöpften Bitcoins und Gebühren der enthaltenen Transaktionen. Dadurch, dass es keine zentrale Instanz gibt, vertrauen die Teilnehmer der Mehrheit. Damit ist die „richtige“ Blockchain die längste gültige, denn sie wird durch die meiste Rechenleistung von der Mehrheit getragen.

Es beruht auf dem Konsens-Prinzip und die Miner oder Schürfer werden für ihren Beitrag zur Konsensbildung entlohnt.

Das Generieren neuer Blöcke ist somit mit einem Aufwand verbunden, der die nachträgliche Manipulation der Blockchain praktisch ausschließt. Aufgrund der hohen technischen und vor allem kostspieligen Anforderungen bezüglich Hardware und Stromverbrauch schließen sich Miner oft zu Mining-Pools zusammen, um dennoch Auszahlungen zu erhalten. Denn umso mehr Rechner nach Bitcoins schürfen, desto komplizierter werden die Rechenverfahren und der Stromverbrauch umso höher.

Die wichtigsten Begriffe

Bitcoin: zusammengesetzt aus Bit (kleinste digitale Einheit) und Münze (Coin aus dem Englischen).

Blockchain: digitale „Block-Kette“, jeder Block enthält Datensätze zu Transaktionen mit Bitcoin.

Kryptowährung: virtuelle Währung, die kryptografische Methoden zur Speicherung von Informationen nutzt.

Mining: Bestätigung von Transaktionen und Berechnung neuer Blöcke durch rechenintensive Verfahren. Teilnehmer (Miner) erhalten Bitcoins als Belohnung, auch Schürfen genannt.

Proof of Work: Arbeitsnachweis für das Lösen kryptografischer Aufgaben beim Mining

Bitcoin Wallet: digitale Geldbörse zur Aufbewahrung von Bitcoins

Wie entstand Bitcoin: Eine bewegte Geschichte

Das Bitcoin-Whitepaper von Satoshi Nakamoto aus dem Jahre 2008 bildet die Grundlage für den Pionier der Kryptowährungen. Bis heute weiß man nicht, ob es sich dabei um eine reale Person, ein Pseudonym oder eine Gruppe von Personen handelt. Bereits seit den 90er Jahren versuchte die Cypherpunk-Bewegung, eine digitale Währung zu etablieren. Bitcoin war der erste erfolgreiche Versuch, das Whitepaper die Grundlage für das dezentrale Transaktionssystem.

Nakamoto kritisierte in dem Whitepaper das notwendige Vertrauen in Institutionen, damit klassische Währungen funktionieren. Dieses Vertrauen wurde in der Geschichte jedoch häufig verraten. Mit dem technischen Fortschritt und neuen Verschlüsselungsmethoden war Vertrauen zwischen Verbraucher und Bank nicht länger nötig, denn auch Daten der breiten Masse konnten nun vor Zugriff durch Dritte geschützt werden. Durch kryptografische Verschlüsselung war eine digitale Währung ohne Mittelsmann möglich.

Die ersten 50 Bitcoin wurden am 3. Januar 2009 mit Block 0, dem Genesisblock, von Nakamoto generiert.

Bitcoin: Die Wertschöpfung

Wie kommt ein Bitcoin jedoch zu seinem Wert? Denn wie bereits erwähnt, steht kein materieller Wert wie etwa bei Gold hinter der digitalen Währung. Ursprünglich wurde der Wert basierend auf den Produktionskosten für das Mining kalkuliert, damals 0,07 Dollar. Mit steigendem Interesse an der digitalen Währung folgt der Wert der Währung jedoch letztendlich marktwirtschaftlichen Faktoren, gesteuert durch Angebot und Nachfrage. Diese Faktoren sind:

  • Knappheit mit maximal 21 Millionen Coins
  • Nützlichkeit (dezentral, Zahlungsmittel und Wertanlage)
  • Teilbarkeit (1 Bitcoin = 100 Mio. Satoshi)
  • Langlebigkeit (nur digital existent und weniger manipulierbar)
  • Vertrauen in diese Attribute, aber nicht in Institutionen

Anfangs im einstelligen Bereich liegend, unterlag der Wechselkurs bereits damals starken Schwankungen.

Erst knapp zehn Jahre nach dem Whitepaper erreichte Bitcoin einen fünfstelligen Wert.

Nach dem mit Abstand höchsten Wert im November 2021 von 68.744 US-Dollar ist der Kurs acht Monate später wieder auf ein Drittel dessen zurückgegangen. Damit unterliegen Bitcoins also nicht der gleichen Verlässlichkeit in ihrem Wert wie konventionelle Währungen und sind dadurch Spekulationen stärker ausgesetzt.

Wie sicher ist das Bitcoin System?

Zwar werden fast alle Vorgänge öffentlich in der Blockchain gespeichert, aber wie zuvor erwähnt, muss der Besitz mit privaten Daten nachgewiesen werden.

Verliert der Besitzer den sogenannten Schlüssel, sind auch die hinterlegten Bitcoins verloren.

Die auf 21 Mio. limitierten Bitcoins reduzieren sich um diese Beträge. Mit dem Ausspähen des privaten Schlüssels erhält der Angreifer zudem Zugang auf das damit verbundene Guthaben. Das sogenannte Zwei-Schlüssel-System für das eigene Wallet, die Brieftasche für Bitcoins, ist einer der wichtigsten Sicherheitsfaktoren. Das System besteht aus einem Public Key (öffentlicher Schlüssel) zum Empfang von Zahlungen und dem Private Key (privater Schlüssel) zum Versand von Transaktionen. Beide sind mathematisch miteinander verknüpft. Eine Manipulation von einzelnen Transaktionen in den Blocks der Blockchain ist nahezu unmöglich, ein Abschöpfen der Wallets hingegen nicht.

Dadurch, dass das gesamte Bitcoin-System als Open-Source-Software verfügbar ist, kann ständig die Integrität der Software überprüft werden. Die Nutzer haben alle Zugang darauf und können so Authentizität von binären Updates anhand digitaler Signaturen überprüfen.

Wie wir nun wissen, gibt es keine zentrale oder unabhängige Institution zur Überprüfung. Wir wissen auch, dass Transaktionen nicht rückgängig gemacht werden können und dass Nutzer eine unbegrenzte Zahl an Konten erstellen können. Somit sind Manipulation und Betrugsversuche durch Rechnungsfälschungen und ähnlichem denkbar. Zwischen Geschäftspartnern muss das Vertrauen also individuell aufgebaut werden. Darum gibt es die Möglichkeiten, seine ansonsten pseudonyme Wallet-Adresse zu belegen. Technisch ist das Ganze sehr anspruchsvoll. Inzwischen gibt es dafür weitere Möglichkeiten zur Signatur durch asymmetrische Verschlüsselung. So kann man integre öffentliche Adressen im dezentralen sogenannten Web of Trust überprüfen.

Bitcoin als Finanzprodukt

Normalerweise ist eine Währung mit der Wirtschaftskraft des dahinterstehenden Landes verknüpft. Finanzinstitute wie die Zentralbank nutzen diverse Steuerelemente zur Stabilisierung des Wertes einer Währung. Bei Kryptowährungen fehlt genau diese zentrale Stelle zur Überwachung.

Um inflationäre Zustände zu vermeiden, können nicht endlos viele Coins geschürft werden, denn die Rechenverfahren werden mit der Zahl der Teilnehmer komplizierter und verlangen mehr Leistung. Sie sind auf maximal 21 Millionen begrenzt. Die Regulierung des Preises erfolgt somit durch die Nutzer selbst, durch Kauf und Verkauf der Bitcoins.

Bereits seit 2013 können Bitcoins teilweise bei Online-Händlern, Spieleentwicklern oder Reiseveranstalter genutzt werden. 2015 hat das Museum für angewandte Kunst in Wien erstmalig Bitcoins für den Kauf eines Kunstwerkes genutzt. Auch Spenden und Micropayments an Organisationen und NGOs können mit dieser Währung getätigt werden. In Großstädten wie Berlin gibt es zudem Nachbarschaften, in denen sich mehrere Geschäfte zusammengetan haben und Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren. Und auch große Unternehmen wie Amazon oder PayPal akzeptieren inzwischen Kryptowährungen.

Seit Juni 2021 ist in El Salvador Bitcoin zusätzlich offizielle Landeswährung. Im Frühling 2022 zog zudem die Zentralafrikanische Republik mit Einführung der Kryptowährung als gesetzliches Zahlungsmittel nach.

Durch die Pseudonymität sind Kryptowährungen allerdings auch beliebtes Zahlungsmittel für Geldwäsche, Lösegelder und im Darknet.

Die digitale Währung ist also inzwischen ein anerkanntes Zahlungsmittel und Wertanlage. Durch die hohen Schwankungen des Bitcoin-Preises ist es jedoch auch Spekulationen ausgesetzt und als Wertspeicher riskanter.

Vorteile und Nachteile

Bitcoin - Eine bewegte EntstehungsgeschichteDie Stärken:

  • dezentrales Zahlungssystem ohne Mittelsmann (peer-to-peer)
  • hohe Transparenz durch Open-Source-Technologie
  • Finanzierungsmittel wie Geld
  • sicherer und schwerer beeinflussbar als analoge Währungen
  • keine Inflation
  • Marktführer

Die Nachteile:

  • extreme Schwankungen des Kurses
  • unwiderrufliche und länger dauernde Transaktionen
  • hoher Stromverbrauch beim Mining
  • keine Regulierungen
  • ausschließlich digitale Währung
  • keine Einlagensicherung

Die Zukunft von Bitcoin

Niemand hat eine Glaskugel und die Zukunft der digitalen Währungen ist schwer vorhersehbar. Bitcoin hat in den vergangenen Jahren Konkurrenz durch andere beliebte Kryptowährungen bekommen. Gerade der Energieaufwand wird jedoch bei aller Beliebtheit zunehmend kritisch gesehen.

In Ländern, in denen Strom preiswert ist, haben sich in den vergangenen Jahren viele Mining Pools gebildet. Dadurch wird die Gewinnspanne natürlich deutlich größer. Allerdings werden damit auch Unmengen an Ressourcen konsumiert. Einige Länder in Europa wie Kroatien, aber auch weltweit wie in Paraguay, gehen inzwischen dagegen gesetzlich vor. Dadurch soll das Mining und der Verbrauch von Ressourcen eingedämmt werden.

Andere Länder wie El Salvador wollen mit Gesetzgebung und Nutzung von erneuerbaren Energien Vorreiter sein. Bereits ein Drittel der Bevölkerung besaßen hier das staatseigene Chivo Wallet, nur drei Wochen nach Einführung von Bitcoin als zusätzlicher Landeswährung. Zum Mining soll Erdwärme aus den Vulkanen genutzt werden. Dieses sind nur die ersten Beispiele, wie die digitale Währung auch in Zukunft die Gesellschaft mitbestimmen wird. Das steigende Vertrauen in diese Alternativen zu konventionellen Währungen beweist dies.

Häufige Fragen und Antworten

Wie entsteht ein Bitcoin?2022-10-22T11:01:57+02:00

Die digitale Kryptowährung existiert als Zeichenfolge und werden in einem Peer-to-Peer-Netzwerk von den Nutzern selbst durch rechenintensive Verfahren erstellt.

Was ist eine Blockchain?2022-10-22T11:02:09+02:00

Eine Blockchain ist eine Datensammlung aller bisherigen Transaktionen, in Blöcken, die miteinander verkettet sind. Sie ist auf den Computern der Nutzer dezentral gespeichert und ist öffentlich einsehbar.

Was ist ein Bitcoin wert?2022-10-22T11:02:20+02:00

Hinter einem Bitcoin steht kein materieller Wert wie bei Gold. Jedoch wird der Wert durch Angebot und Nachfrage der Nutzer selbst reguliert.

Wie kann man Bitcoin verwenden?2022-10-22T11:02:40+02:00

Bitcoins kann man inzwischen als Zahlungsmittel und Wertanlage nutzen. Spieleentwickler, bei Reiseveranstaltern, Hotels und auch zum Haus- oder Autokauf können Bitcoins teilweise schon seit 2013 genutzt werden.

Ist Bitcoin anonym?2022-10-22T11:02:54+02:00

Das Bitcoin-System ist nicht anonym, sondern funktioniert mit pseudonymisierten Wallet-Adressen. Zudem sind alle Transaktionen öffentlich, verfolgbar und dauerhaft in der Blockchain gespeichert.

Wo soll man die Bitcoins aufbewahren?2022-10-22T11:03:07+02:00

Die sichere Aufbewahrung von Bitcoins erfolgt in Wallets. Diese gibt es in Form von Desktop- oder Webanwendungen sowie als unabhängige Hardware, die punktuell mit dem Computer verbunden wird. Diese Art Wallet gewährt die höchste Sicherheit.

Wie hoch sind die Gebühren bei der Bitcoin Blockchain?2022-10-22T11:03:25+02:00

Im Durchschnitt beträgt die Gebühr pro Transaktion 0,30 US-Dollar, es gibt aber keinen festen Prozentsatz. Die Gebühr liegt damit deutlich unter konventionellen Währungen.

Ist Bitcoin eine sichere Anlage?2022-10-22T11:03:38+02:00

Durch die hohen Schwankungen des Bitcoin-Kurses und Spekulationen unterliegen Investitionen in die Kryptowährung höheren Risiken. Investieren Sie also niemals, was Sie nicht auch bereit sind zu verlieren.

Muss ich auf Bitcoin Steuern zahlen?2022-10-22T11:03:56+02:00

Bitcoin-Transaktionen unterliegen den normalen Steuerpflichten und sind nicht geeignet zur Vermeidung der Umsatzsteuer. Ein Tausch in andere Zahlungsmittel ist umsatzsteuerfrei.

Fazit

Die großen Schwankungen der digitalen Währung sind bis heute fester Bestandteil der Entwicklung und machen Kryptowährungen zu einem risikoreicheren Finanzmittel. Die Zukunft der digitalen Währungen ist somit schwer vorhersehbar. Gerade der Energieaufwand wird zunehmend kritisch gesehen, und ist bisher nicht nachhaltig. Als Marktführer unter den Kryptowährungen genießt Bitcoin dabei das größte Vertrauen. Deshalb wird die digitale Währung trotz konkurrierender Kryptowährungen auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Schon jetzt kann man sagen, dass Bitcoin Zahlungsmittel weltweit revolutioniert hat.

Die fehlenden Mittelsmänner und die mit der asymmetrischen kryptografischen Verfahren steigende Sicherheit ist ein wichtiger Schritt der Digitalisierung in der Zukunft. Zusammen mit dezentraler Kontrolle und dem geringeren Inflationsrisiko ist Bitcoin weniger zu manipulieren als die konventionellen Währungen. Es stellt sich vor allem die Frage, wie das Bitcoin-System künftig klimaneutral und nachhaltig funktionieren kann. Nur dann hat es auch eine Zukunft.